Startseite ::
< Interview mit Roni Hammermann
09.03.07 17:16 Alter: 11 yrs
Kategorie: Erklärungen

Brief an Bundeskanzlerin Merkel bezüglich Israel-Palästina am 6.7.2006

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, mit großer Sorge verfolgen wir in der christlichen Friedensbewegung pax christi Augsburg die Ereignisse derzeit in Palästina. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, mit welch zunehmender Brutalität die Besatzungsmacht Israel unterschiedslos gegen die palästinensische Bevölkerung vorgeht. Jeden Tag erreichen uns schreckliche Nachrichten von Christen aus Bethlehem...


                                                                               

6.7.2006


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

mit großer Sorge verfolgen wir in der christlichen Friedensbewegung pax christi Augsburg die Ereignisse derzeit in Palästina. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, mit welch zunehmender Brutalität die Besatzungsmacht Israel unterschiedslos gegen die palästinensische Bevölkerung vorgeht. Jeden Tag erreichen uns schreckliche Nachrichten von Christen aus Bethlehem mit der völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Mauer auf palästinensischem Gebiet und aus dem „abgeschnittenen“ Gaza-Streifen. Die israelische Politik scheint jedes Augenmaß für die Realität verloren zu haben – die Repressionsmaßnahmen übersteigen jede Verhältnismäßigkeit der Mittel, wie auch die Reaktion auf die zu verurteilende Entführung des Soldaten Gilad Shalid zeigt.

Aber Europa und die Weltöffentlichkeit schaut zu. Auch Deutschland hat nicht den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, aus einem nach unserer Sicht falschen  Verständnis der Geschichte und der besonderen Beziehung.

Aber nicht diejenigen, die Israels Politik kritisieren fördern den Antisemitismus und gefährden die Sicherheit und das Lebensrecht des israelischen Staates, sondern diejenigen, die diese hässliche Besatzungspolitik betreiben oder sie schweigend dulden.

Wer für Israel ist, muss als Freund heute diese Politik unmissverständlich in die Schranken weisen. So fordern wir Sie auf, bei der israelischen Regierung in vernehmbarer diplomatischer Schärfe zu intervenieren, mit dem Ziel, die derzeitige Eskalation zu beenden, den Mauerbau rückgängig zu machen und den Rückzug aus den besetzten Gebieten einzuleiten,  wie es dem Völkerrecht, mehreren UNO-Resolutionen und der Road Map entspricht.

Mit Unverständnis nehmen wir die Lieferung von zwei U-Boten mit Teilübernahme der Kosten und die Lieferung von gepanzerten Fahrzeugen vom Typ „Dingo“ - vorerst noch zu Testzwecken  -wahr.

Christliche Politik fordert auch in dem historisch einmaligen Verhältnis zu Israel und Palästina klare menschenrechts- und völkerrechtsgemäße Positionen.

Wir bitten Sie, sich in dieser Weise für Deeskalation und Frieden in der Nahostregion einzusetzen.


Wir freuen uns von Ihnen zu hören.


Mit freundlichen Grüßen

Für die pax christi Bistumsstelle Augsburg

Christian Artner-Schedler
(Referent für Friedensarbeit)

PS:  Abschrift geht an den deutschen Außenminister, Herrn Steinmeier und an die Israelische Botschaft