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18.02.10 08:44 Alter: 8 yrs
Kategorie: Texte, Spirituelles

Gedanken und Anstöße

aus dem Büchlein "Frieden stiften - jeden Tag"


Aus „Frieden stiften jeden Tag“

1.2.

Wer angesichts ungerechter Zustände neutral bleibt, hat die Seite der Unterdrücker gewählt.

Hat ein Elefant seinen Fuß auf dem Schwanz einer Maus, und du sagst, du wärest neutral, wird die Maus deine Neutralität nicht schätzen.

 Bischof Desmond Tutu

14.2.

Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Sabier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein.

                                                                                      Koran, Sure 2, Vers 62

18.2.

Der Gegensatz von Liebe ist nicht Hass,

der Gegensatz von Hoffnung ist nicht Verzweiflung,

der Gegensatz von geistiger Gesundheit und gesundem Menschenverstand ist nicht Wahnsinn,

der Gegensatz von Erinnerung heißt nicht Vergessen,

sondern es ist nichts anderes als jedes mal die Gleichgültigkeit.

                                                                                                            Elie Wiesel

 

27.4.

Wie wird Frieden ? Durch ein System von politischen Verträgen? Durch Investierung internationalen Kapitals in den verschiedenen Ländern, d.h. durch die Großbanken, durch das Geld? Oder durch allseitige friedliche Abrüstung zum Zwecke der Sicherstellung des Friedens? Nein, durch dieses alles aus einem Grund nicht, weil hier überall Frieden mit Sicherheit verwechselt wird. Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Frieden muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern.           

                                                                                            Dietrich Bonhoeffer

 

22.8.

Ein alter Rabbi fragt einst seinen Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt. „Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“ fragte einer der Schüler. „Nein“, sagte der Rabbi. „Ist es, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?“, fragt ein anderer. „Nein“, sagte der Rabbi. „Aber wann ist es dann?“ fragten die Schüler. „Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blickst und deine Schwester oder deinen Bruder erkennst. Bis dahin ist es noch Nacht.“

                                                                                     Erzählung der Chassidim

2.9.

Das ist das Wichtigste, das ist aber auch das Schwierigste auf der Welt: Macht zu haben ohne Gewaltanwendung.

                                                                                               Astrid Lindgren

28.10.

Ich werde oft gefragt, wie Buddhisten die Frage, ob Gott  existiert, beantworten. Kürzlich ging ich am Fluss entlang. Der Wind blies. Plötzlich dachte ich: Oh, die Luft existiert wirklich. Wir wissen dass es die Luft gibt, aber solange uns nicht der Wind ins Gesicht bläst, bemerken wir sie nicht. Hier im Wind wurde mir auf einmal bewusst: Ja es gibt sie wirklich.

Ebenso die Sonne. Ich bemerkte plötzlich die Sonne, die durch die kahlen Bäume schien. Ihre Wärme, ihre Helligkeit – und all dies ganz kostenlos, ganz unverdient. Einfach zu unserer Freude.

Und ohne dass ich es bemerkte, ganz spontan, faltete ich meine Hände; und mir wurde bewusst, dass ich die Geste der Dankbarkeit machte. Und mir kam der Gedanke, dass dies das Einzige ist, was zählt: dass wir uns verbeugen und aus tiefstem Herzen danken können. Nur das. Nur das.

                                       Zenmeister Eido Tai Shimano

29.10.

Jesus hat niemals gesagt, dass wir keine Feinde haben oder niemals bedroht würden. Da gibt es keinen Mangel an Realismus.

Jesus bietet uns einen neuen Weg, mit unseren Feinden umzugehen, einen anderen Weg zu reagieren, der die Möglichkeit hat, den endlosen Kreislauf der Vergeltung zu brechen, der uns heute alle mit endgültiger Gewalt bedroht.

                                                                                                            Jim Wallis