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28.03.07 16:57 Alter: 10 yrs
Kategorie: Erklärungen

Brief an Bischof Mixa aufgrund der Heilig Land Reise

pax christi Augsburg schätzt die Bedeutung der Reise der deutschen Bischöfe ins Heilige Land sehr hoch. Ganz sicher war sie für alle friedfertigen Menschen und besonders für die noch dort lebenden Christen eine große Ermutigung. Für dieses Zeichen der Solidarität...


19.3.2007

Offener Brief

 

 

Sehr geehrter Herr Bischof Mixa,

 

pax christi Augsburg schätzt die Bedeutung der Reise der deutschen Bischöfe ins Heilige Land sehr hoch. Ganz sicher war sie für alle friedfertigen Menschen und besonders für die noch dort lebenden Christen eine große Ermutigung. Für dieses Zeichen der Solidarität möchten wir Ihnen danken. Danken möchten wir Ihnen auch für Ihre persönlichen und klaren Äußerungen zur Situation der Besatzung in Palästina. Sie haben Ihr Herz geöffnet für die sichtbare und täglich erfahrbare Not der palästinensischen Bevölkerung und diese Wahrheit haben Sie offen angesprochen. Die reflexartige Kritik von Mitgliedern des Zentralrates der Juden und der israelischen Botschaft sind angesichts der realen Situation und der menschenverachtenden Besatzungspolitik des israelischen Staates – von der Sie in den wenigen Tagen sicher nur einen kleinen Teil erleben konnten – nicht nachvollziehbar und selbst als ideologisch zu verstehen. Es gibt keinen Grund, um mit Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des verstorbenen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, zu sprechen, zurückzurudern von Seiten der deutschen Bischöfe.

Wir in pax christi Augsburg arbeiten seit einiger Zeit sehr intensiv zum Themenbereich Naher Osten und haben gute Kontakte zu Israelis, Juden und Palästinensern, oft christlichen Palästinensern.

Sie alle berichten von dieser unerträglichen Situation, die keinen Frieden ermöglicht, sondern extremistischen Kräften in die Hände arbeitet.

 

Nicht die sind Feinde Israels, die ehrliche, offene und deutliche Kritik an dieser Politik äußern, sondern jene, die ihre menschlichen Augen vor dem himmelschreienden Unrecht mit Mauerbau, Siedlungspolitik, Wasser- und Landraub... verschließen und damit die Gefahr eines Antisemitismus und der weiteren Gewalteskalation heraufbeschwören.

Die Existenz Israels ist gefährdet eben durch ihre eigene Politik der Vertreibung, der Demütigung, der geteilten Menschenrechte in einer zunehmenden Gewaltspirale .

Wer Israel auf die schwerwiegenden Folgen seiner Politik konstruktiv hinweist, leistet einen Beitrag zur bleibenden und friedvollen Existenz dieses Staates.

 

Mit diesem Brief wollten wir Sie ermutigen, gerade aus unserer historisch-moralischen Verantwortung heraus auch gegen den Mainstream , der eine Kritik an Israel nicht vorsieht, ohne Furcht die Stimme für dauerhaften Frieden in dieser Konfliktregion zu erheben.

 

Wir in pax christi werden uns darum bemühen und sie darin engagiert unterstützen.

 

Für den Vorstand von pax christi Augsburg

 

 

Christian Artner-Schedler

(Referent für Friedensarbeit)